Tipps & Tricks zu öffentlichen Bücherschränken

Ein paar Infos zum öffentlichen Bücherschrank – vielleicht haben Sie ja selbst Lust, einen zu betreiben.

Was es ist

Direkt am Spazierweg am Neckarufer zwischen Grund- und Werkrealschule und dem Kraftwerk am Wuhr hängt der öffentliche Bücherschrank.

Direkt am Spazierweg am Neckarufer zwischen Grund- und Werkrealschule und dem Kraftwerk am Wuhr hängt der öffentliche Bücherschrank.

Seit 2010 hängt ein sogenannter „öffentlicher Bücherschrank“ in Sulz. Das Prinzip ist ganz einfach: Man kann dort Bücher herausnehmen – oder hineinstellen. Willkommen ist alles – solange es keine religiösen oder politischen Schriften oder Werbung ist.

Wie es funktioniert

Öffentliche Bücherschränke sind denkbar einfach: Man hängt einen Kasten auf, beschriftet ihn und wartet ab. Ab und zu schaut man hinein, damit nicht zu viele oder zu wenige Bücher im Schrank sind. Außerdem werden unansehnliche Bücher oder solche, die ungeeignet erscheinen, aussortiert.

2015 wurde der alte, vom Wetter arg gezeichnete Küchenschrank durch einen neuen Bücherschrank ersetzt. Es dauerte drei Tage und er war voll bis obenhin. Wir müssen immer Bücher im Haus zwischenlagern, weil der Schrank sonst zu voll wäre.

Was zu beachten ist

Öffentliche Bücherschränke müssen natürlich in der Öffentlichkeit hängen. Wir hatten das Glück, dass die Lage bei uns ohnehin optimal ist:

  • ein stark genutzter Spazierweg
  • eine Stelle, an der der Schrank gut sichtbar hängt
  • eine Bank, die zum Verweilen einlädt
  • eine schöne Aussicht und Ruhe zum Lesen
  • ein Platz, an dem der Schrank niemanden stört

Tipps und Tricks

Obwohl es ganz einfach ist, einen öffentlichen Bücherschrank zu betreiben, hier ein paar Tipps:

  • Einfach mal anfangen (das wichtigste!)
  • Man kann selbst einen Schrank bauen oder einen kaufen. Am Anfang tut es aber ein alter Küchenschrank genauso. Damit probiert man aus, ob das Angebot angenommen wird.
  • Am Schrank muss gut sichtbar stehen, dass man Bücher kostenlos herausnehmen und welche hineinstellen kann. Viele Menschen scheuen sich sonst, zuzugreifen.
  • Öffentlichkeitsarbeit schadet nicht. Ein Hinweis in der Zeitung oder im Gemeindeblatt hilft, den Schrank bekannter zu machen. Fragen Sie einfach mal bei der Zeitung, ob das Thema interessant ist.
  • Schauen Sie sehr regelmäßig in den Schrank und sortieren sie. Ein vollgestpfter Schrank ist ebenso unattraktiv wie ein leerer.
  • Machen Sie den Schrank nicht zu groß. Lieber regelmäßig die Bücher durchwechseln – dann ist immer etwas Neues drin und das Interesse wird gehalten.
  • Manche Bücherschrank-Betreiber holen ihre Bücher oder sogar ihren Schrank an Halloween, Volksfesten und am 1. Mai sicherheitshalber ins Haus wegen der Gefahr des Vandalismus.
  • Der Schrank sollte solide und wetterfest gebaut sein. Auch im Winter wird er genutzt. Aber: Stecken Sie nicht zu viel Geld und Arbeit hinein! Selbstverständlich kann so ein Schrank auch beschädigt oder zerstört werden. Damit muss man leben.
  • Der Schrank darf niemanden behindern oder stören. Wenn Sie Zweifel haben, ob und wo Sie ihn aufhängen oder aufstellen können, fragen Sie lieber vorher mal nach.
  • Sie können eine Glastür nehmen, damit man sofort die Bücher sieht.
  • Wenn Sie in Sulz am Neckar und Umgebung einen Bücherschrank betreiben möchten, melden Sie sich bitte unter schraenkle@boernard.de. Wir können dann Bücher austauschen, damit das Angebot „neuer“ Bücher besser über die Stadt verteilt  wird.

Offiziell oder nicht?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Bücherschrank „offiziell“ zu machen. Der Vorteil ist, dass alle Lesefreunde ihn dann im Internet finden können – etwa Urlauber, die nur kurze Zeit in der Region sind.

Wikipedia

Wikipedia führt eine Liste öffentlicher Bücherschränke, in die man den Schrank eintragen kann.

Little Free Library

Die internationale Non-Profit-Organisation Little Free Library listet weltweit Bücherschränke auf. Man kann sich als Betreiber gegen eine Gebühr registrieren und bekommt neben einem Schild mit Registrierungsnummer auch umfangreiches Informationsmaterial. Zudem engagiert sich die Organisation für das Lesen und bietet selbst auch Bücherschränke an. Alle Infos sind allerdings auf Englisch.

OpenBookCase.org

Auch das klingt englisch – OpenBookCase ist aber eine deutsche Seite, auf der mehr als 1500 öffentliche Bücherschränke – vorrangig in Europa – eingetragen sind.

Bookcrossing.de

Das Bücherschränkle ist auch bei Bookcrossing aktiv. Das ist die „Bibliothek für die ganze Welt“. BookCrossing gibt einem Buch eine unverwechselbare Identität, so dass es verfolgt werden kann, während es von Leser zu Leser weitergegeben wird und somit seine Leser miteinander verbindet. Es gibt (Stand September 2015) 1.472.514 BookCrosser und 11.088.956 Bücher, die durch 132 Länder reisen.

Das erste Buch, das vom Bücherschränkle auf die Reise ging, war Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“. Hier kann man schauen, was es gerade macht:

www.bookcrossing.com/868-13588000

Eigene Webseite

Wir betreiben für unser Bücherschränkle sowohl eine Unterseite meiner Homepage (Bücherschränkle Homepage), als auch einen Instagram-Account (Bücherschränkle auf Instagram). Einfach, weil wir Spaß daran haben. Auf der Webseite stehen größere Neuigkeiten, auf Instagram posten wir ab und zu Fotos, was so alles im Schrank steht.

Abzuraten ist aus meiner Sicht vom Versuch, dem Bücherschrank einen Facebook-Account einzurichten. Solche Accounts werden von Facebook gelöscht, weil keine natürliche Person dahinter steht.

Natürlich kann man auch twittern, whatappen oder was auch immer.

Ein Stempel für den öffentlichen Bücherschrank?

Unser Bücherschränkle hat seit Weihnachten 2015 einen eigenen Stempel. Man kann sich solche Stempel im Fachhandel beschaffen oder im Internet bestellen.

Stempel fürs Bücherschränkle

Frank geht fürs Bücherschränkle stempeln…

Stempel Bücherschränkle

Ab sofort sieht man, dass die Bücher mal im Bücherschränkle gewohnt haben.

Als Geschenk („Habe ich extra für Dich gekauft!“) taugen die Bücher damit nicht mehr so gut… Aber dafür sieht der Stempel schick aus. Und wenn wer das Buch ausgelesen hat, bringt es vielleicht zurück ins Bücherschränkle – damit sich der nächste Leser oder die nächste Leserin darüber freuen kann.

Weitere Fragen

Jederzeit! Einfach per an E-Mail ans Bücherschränkle: schraenkle@boernard.de

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